Dachartikel Dunkelflaute

Dachartikel Dunkelflaute

Dachartikel Dunkelflaute

Dichter Nebel, windstille und keine Aussicht auf Besserung. Zugegeben, Wetterverhältnisse wie diese können ein echter Stimmungskiller sein. Im Rahmen der deutschen Energiewende allerdings stellen solche Tage das Stromnetz vor ganz besonderen Herausforderungen. Tage ohne nennenswerte Mengen an Sonne und Wind werden in der Energiebranche treffenderweise als Dunkelflaute bezeichnet. In den Mainstream-Medien wurde dieses Thema mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland vermehrt aufgetischt. Von einem starken Anstieg der Strompreise, einer Versorgungslücke oder gar dem Zusammenbruch des Stromnetzes wurde berichtet. Doch was steckt tatsächlich hinter solchen Berichten? Wir gehen in dieser Artikelserie näher auf das Phänomen Dunkelflaute sowie dessen Folgen ein und gewähren zusätzlich einen kurzen Einblick in die Funktionsweise des Strommarktes.

Der Energiewandel in Deutschland

Um zu verstehen, wieso das Phänomen der Dunkelflaute eine zentrale Herausforderung darstellt, müssen wir uns zunächst den Strommix in Deutschland genauer ansehen. Dieser hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Das letzte Atomkraftwerk wurde im April 2023 vom Netz genommen. Gleichzeitig wurden zahlreiche Kohlekraftwerke stillgelegt – weitere folgen in den kommenden Jahren. Um die daraus entstandene Energielücke zu füllen, wurden hohe Investitionen in den Ausbau von Wind- und Solarenergie getätigt.

Der Energiemix in Deutschland

In der nachstehenden Grafik wird der aktuelle Energiemix in Deutschland für das noch laufende Jahr 2024 dargestellt. Deutlich zu erkennen: Im Zuge der Energiewende kann ein Großteil der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen, insbesondere aus Wind- und Sonnenenergie, gewonnen werden. Fällt die Produktion dieser Energiequellen durch das Ausbleiben von Wind und Sonne auf ein Minimum zurück, ist mehr als die Hälfte der Energieproduktion Deutschland davon betroffen. Die Konsequenz: Eine stark verringerte Energieproduktion trifft auf einen gleichbleibend hohen Energiebedarf.

Stromausfall bei Dunkelflaute?

Im November 2024 war das deutsche Stromnetz von einer langanhaltenden Dunkelflaute betroffen. Was jedoch nicht beobachtet werden konnte war ein großflächiger Stromausfall. Tatsächlich ist das Netz hierzulande eines der stabilsten der Welt: Lediglich rund 15 Minuten pro Jahr müssen die Bundesbürger im Durchschnitt auf eine Stromversorgung verzichten. Auch eine anhaltende Dunkelflaute scheint die Stabilität des Stromnetzes, wie im November bewiesen werden konnte, nicht maßgeblich zu beeinflussen. Medienberichte über drohende lokale Stromausfälle oder dem Zusammenbruch des Netzes sind daher, nach aktuellem Stand, maßlos übertrieben und lediglich als "Click-Bait" zu verstehen.

Ausblick

Dennoch enthalten auch diese Berichte einen wahren Kern: Tatsächlich sind Dunkelflauten eine große Herausforderung im Rahmen der grünen Energiewende. In unserem Folgeartikel betrachten wir daher die Funktionsweise des deutschen sowie europäischen Stromnetzes und erklären im Detail, wie Stromlücken bei Wegfall von Wind- und Sonnenenergie geschlossen werden können.